Behandlung

  • Man unterscheidet zwischen Niedrigrisiko-MDS und Hochrisiko-MDS
  • Es steht eine Reihe von wirksamen Behandlungsoptionen zur Verfügung

Es gibt eine Reihe wirksamer Behandlungsmöglichkeiten von MDS. Ob und welche Therapieansätze kombiniert werden – das wird Ihr Arzt mit Ihnen gemeinsam entscheiden. Denn myelodysplastische Syndrome unterscheiden sich individuell in ihrer Art, ihrer Ausprägung und ihren Symptomen. Entsprechend individuell sollte auch die Behandlung sein. Dabei fließen in die Therapieplanung nicht nur die WHO-Klassifikation von MDS und die individuelle Prognose ein, auch der Patientenwunsch, das Lebensalter, der Allgemeinzustand, das Vorliegen anderer Erkrankungen und die Abschätzung möglicher Therapienebenwirkungen spielen eine Rolle.1

Man unterscheidet zwischen Niedrigrisiko-MDS und Hochrisiko-MDS

Anhand der individuellen Ausprägung der Krankheit unterscheidet man bei der Therapie die Behandlung von Niedrigrisiko-MDS und Hochrisiko-MDS.2 Niedrigrisiko-MDS schreitet vergleichsweise langsam voran und die Patienten leiden häufig an einer Anämie. Die Therapie zielt daher vielfach darauf ab, die Symptome der Anämie zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Leistungsfähigkeit und die Unabhängigkeit der Betroffenen zu bewahren. Bei Hochrisiko-MDS ist die Gefahr erhöht, dass es zu einer lebensbedrohlichen Akuten Myeloischen Leukämie (AML) kommen kann.3 Hier geht es in der Behandlung vor allem darum, das schnelle Fortschreiten von MDS und den Übergang in eine AML zu verhindern und somit die Lebenszeit der Betroffenen zu verlängern.

MDS ist in vielen Fällen gut kontrollierbar, manchmal sogar heilbar

In wenigen Fällen, bei sehr langsam voranschreitendem MDS mit niedrigem Risiko, reicht das Beobachten ohne Therapie. In der Medizin wird dieser Ansatz auch „Watch and Wait“  genannt. Meist ist allerdings eine aktive Behandlung angeraten. Mit den Behandlungsoptionen, die wir Ihnen hier vorstellen, läßt sich MDS in vielen Fällen recht gut kontrollieren, und die Beschwerden können in Grenzen gehalten werden. Mit einer Methode, der sogenannten allogenen Stammzelltransplantation (alloSZT), besteht sogar die Chance, MDS vollständig zu heilen. Sie ist allerdings sehr intensiv und mit hohen Risiken verbunden und kommt daher in der Regel nur für Hochrisiko-MDS-Patienten infrage.4

Die Therapien können auch Nebenwirkungen haben

Die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten können auch zu Nebenwirkungen führen. Ob und welche Nebenwirkungen eintreten, hängt vor allem von den verabreichten Wirkstoffen und ihrer Dosierung ab. Außerdem reagiert nicht jeder Mensch gleich auf ein bestimmtes Arzneimittel, weshalb die Nebenwirkungen auch individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Zudem lassen sich mittlerweile viele Nebenwirkungen gut mithilfe von zusätzlichen Medikamenten kontrollieren.

Scheuen Sie sich nicht, vor der Therapie mit Ihrem Arzt über die möglichen Risiken der Therapie zu sprechen. Er kann Sie auch darüber informieren, ob und mit welchen gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist.

Komplementäre Therapien als Ergänzung

Sogenannte „komplementäre Therapien“ sind alternative und naturheilkundliche Verfahren. Sie können eingesetzt werden, um die Symptome von MDS und die Nebenwirkungen der anderen Therapien zu senken. Hier gibt es in den allermeisten Fällen keine Beweise für die Wirkung durch wissenschaftliche Studien. Trotzdem kann es sein, dass Sie als Betroffener das Gefühl haben, dass Ihnen ein bestimmtes naturheilkundliches Verfahren guttut. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Einflüsse bestimmte Verfahren auf Ihre Therapie haben können.

Die Behandlung von MDS wird intensiv erforscht

An der Behandlung von MDS wird intensiv geforscht, um weitere Fortschritte für Patienten zu erzielen. Das geschieht in sogenannten Therapiestudien, das sind medizinische Forschungsprogramme, in denen neue Medikamente, Kombinationen von Medikamenten oder neuartige Therapiemaßnahmen an Patienten untersucht werden.

Watch and Wait

Manchmal ist es am besten, gar nichts zu tun. Der aus dem Englischen stammende Begriff „Watch and Wait“ steht genau für diesen medizinischen Ansatz: beobachten und abwarten. Ihr Arzt hat den Krankheitsverlauf von MDS im Blick, führt regelmäßig Kontrollen durch, unternimmt aber sonst nichts. Dieses Vorgehen ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn MDS keine oder nur sehr wenige Beschwerden verursachen und sehr langsam voranschreiten. Eine Therapie leitet der Arzt erst dann ein, wenn sich die Beschwerden verschlimmern und die Krankheit weiter voranschreitet.

1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5655460/
2 https://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/patienten/leukaemien/mds
3 https://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/patienten/leukaemien/mds
4 https://www.leukaemie-hilfe.de/nc/broschuerenangebot.html?tx_drblob_pi1%5BdownloadUid%5D=591