Erythropoese-stimulierende Agenzien1,2

  • Die Medikamente können die Blutbildung anregen und damit die Anämie bekämpfen
  • Mit Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESA) können weniger Transfusionen notwendig sein
  • ESA werden als Spritze unter die Haut verabreicht

Bei den meisten von MDS Betroffenen steht bei Diagnosestellung und auch danach die Anämie im Vordergrund. Sie bedeutet letztlich: Der Körper bildet zu wenige rote Blutkörperchen. Bei manchen Patienten kann man die Bildung roter Blutkörperchen mithilfe von sogenannten Erythropoese-stimulierenden Agenzien, kurz ESA, anregen.

Mithilfe von Erythropoetin kann die Anämie zurückgehen

Es gibt verschiedene Medikamente, mit denen sich die Blutbildung anregen lässt. Eines der bekanntesten ist das Hormon Erythropoetin (EPO), es gibt auch Wachstumsfaktoren wie G-CSF und andere Substanzen. Sie alle stimulieren die Körperzellen dazu, Blutzellen zu bilden, so dass die Anämie entsprechend zurückgeht.

Das Ziel der Therapie: weniger Transfusionen

Das Ziel einer solchen Therapie liegt auf der Hand: Der Körper soll vermehrt rote Blutzellen selbst bilden, so dass Transfusionen mit Erythrozyten-Konzentraten seltener notwendig sind. Im Idealfall können mithilfe von EPO Transfusionen sogar vollständig vermieden werden. Für die Betroffenen ist das oft eine große Erleichterung – und ein Zugewinn von Freiheit im Alltag! Die Medikamente können als Spritze unter die Haut verabreicht werden, so dass kein mehrstündiger Klinikaufenthalt wie etwa bei Transfusionen notwendig ist.

Maximal 50 % der MDS-Patienten sprechen auf ESA an. Die mediane Ansprechdauer beträgt zwei Jahre. Für bestimmte Patienten, die auf Erythropoetin nicht zufriedenstellend angesprochen haben oder dafür nicht geeignet sind, kann ein Erythrozyten-Reifungs-Aktivator (ERA) eine alternative Therapieoption darstellen.

1 https://www.mdsfoundation.org/wpcontent/uploads/2014/06/BBOH_Handbook_A4_GRM_06.10.14.pdf – S. 70ff
2 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelodysplastische-syndrome-mds/@@guideline/html/index.html