Hypomethylierende Substanzen (HMAs)1

  • Diese Medikamente schützen die DNA vor der Anlagerung von Methylgruppen
  • Auf diese Weise verhindern sie die Deaktivierung wichtiger Gene
  • So verbessert sich die Blutbildung

Die Behandlung mit HMAs ist in Deutschland nur für Hochrisiko-Patienten zugelassen. Insbesondere Patienten, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung keine intensive Chemotherapie machen können und auch nicht geeignet sind für eine Stammzelltransplantation, kommen für eine Behandlung mit HMAs infrage. HMAs können MDS nicht heilen, aber das Leben verlängern.

Man nimmt an, dass die antineoplastische Wirkung dieser Substanzen auf verschiedenen Mechanismen beruht. Charakteristisch ist insbesondere ihre epigenetische Wirkung.
Bei MDS und auch bei AML kann es zu einer anormal verstärkten Anlagerung sogenannter Methylgruppen an das Erbmaterial, die DNA von Blutzellen, kommen. Verantwortlich für diesen Vorgang ist das Enzym „DNA-Methyltransferase“. Durch die Anlagerung der Methylgruppen an die DNA werden Gene abgeschaltet, die zum Beispiel für die Reifung und Entwicklung der gesunden Blutzellen und für die Unterdrückung von Tumorzellen von großer Bedeutung sind.

Es gibt Medikamente, die diese Vorgänge blockieren können. Sie werden hypomethylierende Substanzen genannt (oder auch hypomethylierende Agenzien, deshalb die Abkürzung HMA). Diese Substanzen ähneln gewissen Bestandteilen der DNA, den sogenannten Nukleosiden, und werden deshalb ins Erbgut eingebaut. Dadurch kann die DNA-Methyltransferase nicht mehr normal arbeiten. So wird verhindert, dass bestimmte Gene methyliert („abgeschaltet“) werden. Mehr noch: HMAs können auch abgeschaltete Gene wieder aktivieren und somit die gesunde Blutbildung (Hämatopoese) unterstützen.

1 https://www.leukaemie-hilfe.de/nc/broschuerenangebot.html?tx_drblob_pi1[downloadUid]=591