Unterstützende Therapie

  • Transfusionen mit Erythrozyten-Konzentraten sind eine wichtige Unterstützung bei MDS
  • Sogenannte Eisenchelatoren können verhindern, dass sich dabei überschüssiges Eisen im Körper ansammelt
  • Es gibt noch zahlreiche andere unterstützende Therapieoptionen

In vielen Fällen lassen sich die Symptome und Beschwerden von MDS durch eine unterstützende Therapie, in der Fachsprache auch Supportivtherapie genannt, recht gut unter Kontrolle halten.

Transfusionen sind fast immer hilfreich, es gibt aber Nebenwirkungen

Die Blutarmut bei MDS, auch symptomatische Anämie genannt, ist das häufigste Symptom und kann eine Reihe von Beschwerden und Problemen hervorrufen. Das lässt sich mit Transfusionen von sogenannten Erythrozyten-Konzentraten, das sind Bluttransfusionen mit hochdosierten roten Blutkörperchen, wirksam bekämpfen. Über die Transfusionen wird dem Körper aber auch das in den Blutkörperchen enthaltene Eisen zugeführt, was die Gefahr einer Eisenüberladung mit sich bringt.1

Eine Eisenüberladung kann durch Medikamente abgebaut werden

Überschüssiges Eisen kann durch bestimmte Medikamente, sogenannte Eisenchelatoren, abgebaut werden. Diese Substanzen binden das Eisen im Körper und bewirken, dass es ausgeschieden wird. Das ist wichtig, denn der Körper allein kann Eisen nicht aktiv abbauen. Bei dauerhaft überhöhter Zufuhr von Eisen – etwa durch die Erythrozyten-Konzentrate – lagert es sich deshalb in Organen ab und schadet ihnen langfristig. Die Eisenchelatoren verhindern dies wirksam – und machen so eine ausreichende Verabreichung von Erythrozyten-Konzentraten oft erst möglich.2

Weitere Optionen für eine unterstützende Therapie

Transfusionen mit Erythrozyten-Konzentraten sind die wichtigste Option der Supportivtherapie, aber nicht die einzige. Eine Anämie kann einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) darstellen, es kann aber auch ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) vorliegen. Für solche Fälle gibt es Thrombozyten-Konzentrate, mit denen sich der Mangel bekämpfen lässt. Bei einem Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für das Immunsystem wichtig sind, kann es zu Infektionen kommen, hier kann die Gabe von Antibiotika helfen und schützen. Vorbeugend empfiehlt sich in diesem Zusammenhang auch eine Impfung gegen sogenannte Pneumokokken, das sind Bakterien, die die Atemwege infizieren können.

1 https://www.leukaemie-hilfe.de/nc/broschuerenangebot.html?tx_drblob_pi1[downloadUid]=591
2 https://www.mds-foundation.org/wp-content/uploads/2014/06/BBOH_Handbook_A4_GRM_06.10.14.pdf, S. 70 ff.