Holen Sie sich Hilfe: Pflege durch Profis

  • Es besteht ein Anspruch auf ambulante Pflege, die Sie dabei unterstützt, im Alltag zu Hause zurechtzukommen
  • Die Pflege lässt sich beantragen, bei der Antragstellung hilft ein Pflegeberater
  • Nach einem Klinikaufenthalt wird zusätzlich oft eine Art Brückenpflege angeboten
  • Manchmal kann ein vorübergehender Klinikaufenthalt ein helfender Ausweg sein, wenn der Alltag zu Hause zu schwer zu bewältigen ist

Ob nach der Rückkehr von einem Klinikaufenthalt oder während einer strapazierenden Phase der Erkrankung – bei einer Rückkehr ins heimische Umfeld gibt es Möglichkeiten, Unterstützung durch professionelle Pflegekräfte zu erhalten.

Ambulante Pflege zu Hause ist vorübergehend oder dauerhaft möglich

Damit Sie Ihren Alltag möglichst lange selbstständig bewältigen können, haben Sie das Recht, eine Grundpflege in Anspruch zu nehmen, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt oder sogar dauerhaft angelegt sein kann. Dabei bekommen Sie regelmäßig Unterstützung von professionellen Pflegekräften, die Ihnen, je nach Grad Ihrer Pflegebedürftigkeit, z.B. bei der Körperpflege, beim An- und Ausziehen bis hin zum Essen helfen können.

An wen muss ich mich wenden?

Genehmigt wird eine solche Unterstützung durch die sog. Pflegekassen, die den gesetzlichen Krankenkassen angegliedert sind. Als gesetzlich Krankenversicherter ist man dort pflichtversichert, Privatversicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen. Um die Leistungen der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen, müssen Sie zunächst eine sog. Pflegestufe beantragen. Es gibt vier Pflegestufen, sie reichen von Pflegestufe 0 (eingeschränkte Alltagskompetenz) bis Pflegestufe 3 (absolute Schwerstpflegebedürftigkeit). Wenn Sie möchten, unterstützt Sie beim Ausfüllen des Antrages ein Pflegeberater (ein Mitarbeiter der Pflegekassen, der Sie kostenlos auch zu Hause berät). Die Kranken- und Pflegeversicherung sind die Hauptanlaufstellen, um eine ambulante Pflege in die Wege zu leiten. Wenn Angehörige die Pflege oder einen Teil davon übernehmen, gibt es die Möglichkeit, Pflegegeld für sie zu beantragen.

Brückenpflege – was bedeutet das?

Nach einem Klinikaufenthalt kann es besonders schwierig sein, zurück in den Alltag zu Hause zu finden. Viele spezialisierte Kliniken und Krebszentren haben mittlerweile eine sog. Brücken- oder Übergangspflege geschaffen, die Ihnen – manchmal zusätzlich zu einer bereits vorhandenen Grundpflege – die Rückkehr nach Hause nach einem längeren Krankenhausaufenthalt erleichtern soll. Es entstehen Ihnen in der Regel keine Kosten, das Angebot wird von den Kliniken und von Fördermitteln getragen. Bei der Brücken- oder Übergangspflege werden Sie in den ersten Tagen oder Wochen nach der Rückkehr nach Hause von professionellen Pflegekräften besucht, die Sie im Alltag unterstützen, bei organisatorischen Dingen wie der Beantragung von pflegerischen Hilfsmitteln oder z.B. bei Themen wie „Essen auf Rädern“.

Manchmal kann es sinnvoll sein, sich vorübergehend ins Krankenhaus zu begeben

Trotz umfassender Unterstützung zu Hause kann es in manchen Phasen vorkommen, dass es Ihnen wegen starker Einschränkungen schwerfällt, im Alltag zurechtzukommen. Dann kann es durchaus sinnvoll sein, sich vorübergehend in stationäre Behandlung zu begeben. Hier werden Sie rund um die Uhr pflegerisch und medizinisch betreut. Das kann Ihnen im Einzelfall die Chance geben, einmal durchzuatmen und ggf. neue Kraft zu schöpfen. Erscheint Ihnen ein vorübergehender stationärer Aufenthalt notwendig oder wünschenswert, ergreifen Sie die Initiative, besprechen Sie das Thema mit Ihren Angehörigen und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um sich mit ihr bzw. ihm darüber zu beraten.