Palliativmedizin – Lebensqualität im Fokus

  • In der Palliativmedizin geht es nicht mehr um die vollständige Heilung, sondern um die Begleitung und Behandlung bei voranschreitender Erkrankung
  • Schmerzen lassen sich in dieser Lebensphase vielfach wirksam behandeln
  • Die psychologische Betreuung kann neue Perspektiven geben

Hämatologische Erkrankungen wie Myelodysplastische Syndrome und die Akute Myeloische Leukämie können einen Verlauf einschlagen, bei dem die Erkrankung nicht mehr heilbar ist, doch selbst dann kann vieles getan werden, so dass das Leben lebenswert bleibt. Dafür sorgt die sog. Palliativmedizin: So heißt in der Fachsprache das medizinische Feld, bei dem es nicht mehr um eine vollständige Heilung geht, sondern um die ideale Begleitung und Behandlung von Kranken für die verbleibende Lebenszeit. Die moderne Palliativmedizin hat ein großes Spektrum an Möglichkeiten, um das Leben für Erkrankte zu erleichtern.

Schmerzen müssen nicht sein

Die Schmerztherapie ist heute auch dank einer großen Zahl an Behandlungsmöglichkeiten so weit entwickelt, dass es fast immer gelingt, Schmerzen zu beseitigen oder zumindest vergleichsweise gering zu halten. Bei akuten oder starken Schmerzen sollte daher immer der behandelnde Arzt kontaktiert werden. Es gibt heute keinen Grund mehr, diese Schmerzen „tapfer zu ertragen”, denn bei der Behandlung aller Krebserkrankungen steht heute immer die individuelle Lebensqualität im Vordergrund – Schmerzen gehören nicht dazu! Haben Sie also keine Angst vor der Einnahme der verordneten Medikamente und halten Sie sich genau an die Vorgaben Ihres Arztes.

Die psychologische Betreuung gibt neue Perspektiven

Gespräche über den Lebenssinn, eine religiöse Betreuung, das Schreiben von Briefen an Familienmitglieder und Nahestehende gemeinsam mit einem Psychologen: Auf Palliativstationen in Kliniken gibt es heute eine umfassende psychologische und psychosoziale Betreuung. All dies hilft, einen Blick auf das eigene Leben in einem größeren Zusammenhang zu gewinnen, sich vorzubereiten auf das Ende des Lebens, mit sich ins Reine zu kommen – und sogar in dieser letzten Lebensphase noch das Leben und die Welt mit einer neuen, umfassenderen Perspektive zu betrachten.